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Anatomie der Haut

Anatomie Die Anatomie der Haut ist der Haupt- und wichtigste Anteil in der Wundbehandlung.

Die Haut ist mit einer Gesamtfläche von etwa zwei Quadratmetern und einem Gewicht bis zu zehn Kilogramm nicht nur unser größtes Sinnesorgan, sondern unser größtes Organ überhaupt.

Die Struktur, der Zustand und das Alter der Haut müssen sowohl bei der Prävention als auch bei der Behandlung von Dekubitus und anderen Wunden bedacht werden.

Das Wissen über die Struktur und Funktion der Haut ist von entscheidender Bedeutung, damit man in der Lage ist, die richtigen Hilfsmittel zur Versorgung einer Wunde zur Verfügung zu stellen.

Funktionen der Haut

Bildquelle: www.permamed.ch

Die Schichten der Haut

Epidermis

Die Epidermis ist die oberste und für uns sicht- und tastbare Hautschicht. Da die Epidermis keine Blutgefässe besitzt, ist die zapfenartige Kontaktfläche zwischen Epidermis und Dermis für die Ernährung der Haut enorm wichtig. Die beiden Hautschichten sind fest und wellenförmig ineinander verzahnt und bestimmen die Beweglichkeit der Haut. Für die Befestigung der Epidermis an die Dermist ist die Basalmembran, die dicht unter den basalen Epithelzellen liegt, hauptverantwortlich.
Die Epidermis ist sehr dünn und besteht aus fünf Schichten:

- Stratum corneum oder Hornschicht: verhornte, tote Zellen, die an der Oberfläche abschilfern; starke Schutzfunktion
- Stratum lucidum oder Glanzschicht: stark lichtbrechende, platte kernlose Zellen, nur in der sog. Leistenhaut z.B. an Händen und Füssen (unbehaarte Stellen)
- Stratum granulosum oder Körnerzellschicht: mehrere Lagen abgeplatteter Zellen mit kleinen Körnchen. Absonderung von Glykolipiden sorgt dafür, Wasser abzuweisen und vor Austrocknung zu schützen
- Stratum spinosum oder Stachelzellschicht: Schutz gegenüber der Basalzellschicht mit immunologischen Funktionen
- Stratum basale oder Basalschicht: hier findet hauptsächlich die Regeneration der Epidermis statt; zudem wird das Hauptpigment, das Melanin, synthetisiert und gespeichert (Sonnenschutz)

Die oberen drei Schichten bestehen aus verhornten, abgestorbenen Zellen. In der Hornschicht werden die Zellen fortlaufend abgestossen. Diese Zellen haben eine Lebensdauer von ca. 27 Tagen, bei jungen Menschen. Im zunehmenden Alter verlangsamt sich dieser Prozess bis zu 45 Tagen.

Die pappelartige Verbindung der Epidermis mit der Dermis spielen in der Wundbehandlung, Prävention und Pflege eine sehr grosse Rolle! Im Alter wird diese Verbindung zunehmend flacher und die Gefahr für "Abrisse" sind gross! Hier besteht die Gefahr der Scherkraft. Hier entstehen Blasen, hier reisst die Haut bei Pergamentpapierhaut und diese Verbindung wird durch zu stark klebende Wundverbände zerstört!

Die Dermis wird von der Epidermis durch die Basalmembran getrennt und besteht hauptsächlich aus Bindegewebe. Als zelluläre Komponente enthält sie Fibroblasten. Sie ist für die mechanische Belastbarkeit der gesamten Haut zuständig und auch in die Regulation der Körpertemperatur involviert. Ausserdem enthält sie Rezeptoren für Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur, sowie Blutgefässe, Nervenfasern, Talg- und Schweissdrüsen und Haarfollikel.

- Meissnersche Tastkörperchen:
Diese Tastrezeptoren erkennen insbesondere leichte Berührungen und weiche, kurze Bewegungen.
- Vater-Pacini-Körperchen: Dies sind die Rezeptoren für Druck- und Vibrationsempfinden.
- Freie Nervenendigungen: Diese sind in für das Empfinden von Schmerzen, Temperatur und Juckreiz verantwortlich.
- Nervenfasern: Nervenfasern übermitteln Informationen.
- Talgdrüsen: Diese Strukturen sondern Talg ab und finden sich überall im Körper, besonders zahlreich jedoch an Stirn, Kinn Wangen und Nase.
- Schweissdrüsen: Dies sind die schweissbildenden Strukturen, die zur Regulation des Wärmehaushalts beitragen. Durch die Schweissbildung kommt es zu einer Abkühlung des Körpers.
- Haarfollikel: Sie findet man ausser an Handinnenflächen, Fusssohlen und Lippen überall am Körper. Wenn der Körper auskühlt, stellt sich das Haar mit Hilfe des Musculus arrector pili senkrecht auf, schliesst sod die Hautporen und die hält die Wärme zurück.
- Musculus arrector pili: Dieser kleine Muskel ist an der Basis des Haarfollikels befestigt. Wenn er durch die Kälter oder Angst stimuliert wird, zieht er an den Haarfollikeln hoch und damit das Haar in die senkrechte Position.

Auch bei der Dermis werden weitere Schichten unterschieden:
- Stratum papillare oder Papillarschicht: locker organisierte Kollagenbündel, reich an feinen Fibrillen, Zellen und Kapillaren; in den Papillen befinden sich feine Nervenfasern mit entsprechenden Rezptoren. Hier nehmen auch die initialen Lymphgefässe ihren Anfang.
- Stratum reticulare oder Geflechschchtg: zellarm, dicht gepackt, kräftige Kollagenfaserbündel, untereinander verflochten, dazwischen ebenfalls netzartig verknüpft elastische Fasern, die für die Elastizität der Haut sorgen.

Subcutis

Der Übergang von der Dermis zur Subcutis ist fliessend, das Bindegewebe wird lockerer und enhält mehr oder weniger Fettgewebe.
Das lockerer Bindegewebe wird von zahlreichen festen Fasern der Dermis durchzogen, die die Haut an den darunter liegenden Struktur, das heisst die Faszie oder Knochenhaut, verankert.
Dazwischen liegen kissenförmige Fettpolster, die zum einen als Baufett, zum anderen als Depotfett dienen.